Topf mit geschmolzener Butter auf dem Herd in einer hellen Küche

Cannabis-Butter (Cannabutter) selber machen: Rezept, Rechner und typische Fehler

Cannabis-Butter ist die Basis fast aller selbst gebackenen Edibles. Hier stehen das Grundrezept mit Zeiten, der Rechner für mg THC je Gramm Butter, Hasch-Butter und vegane Variante, Lagerung, typische Fehler und die offene Rechtslage.

> Nur für Erwachsene ab 18. Es geht um Cannabis aus privatem Eigenanbau nach KCanG. Grünes Gold verkauft keine THC-Produkte. Keine Rechts- und keine medizinische Beratung. Stand: 19.10.2026.

Cannabis-Butter, kurz Cannabutter, ist Butter, in der decarboxyliertes Cannabis bei niedriger Hitze gezogen wurde. THC ist fettlöslich, Butter ist Fett, mehr Theorie braucht es kaum. Hier stehen das Grundrezept für 250 g Butter mit Zeiten, ein Rechner für den THC-Gehalt je Gramm Butter und die Fehler, an denen die meisten Versuche scheitern.

Rechtslage kurz (Stand 19.10.2026): Erwachsene dürfen bis zu drei Pflanzen privat anbauen (§ 9 Abs. 1 KCanG) und zu Hause bis zu 50 g besitzen (§ 3 Abs. 2). Weitergeben ist verboten (§ 9 Abs. 2). Das „Herstellen“ von Cannabis steht im Verbotskatalog (§ 2 Abs. 1 Nr. 3), dazu das Verbot der Extraktion (§ 2 Abs. 2); ob das Auskochen in Butter darunter fällt, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt in seinen FAQ (Stand 04.09.2026), Edibles „bleiben verboten“. Ein Gericht hat den privaten Fall noch nicht entschieden. Ausführlich im Ratgeber THC-Edibles.

Cannabis-Butter herstellen: das Grundrezept

Grundrezept für 250 g Butter mit Wasser im Topf. Die Vorbereitung enthält das Decarboxylieren im Ofen, die Gesamtzeit drei Stunden Kühlen. Ein Teil der Butter bleibt im Tuch, deshalb am Ende wiegen.

Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
Ergibt
knapp 250 g Butter

Zutaten

  • 250 g Butter
  • 250 ml Wasser
  • getrocknete Blüten aus dem Eigenanbau, Menge nach dem Rechner unten

Zubereitung

  1. Decarboxylieren Blüten grob zerkleinern und 40 bis 60 Minuten bei 110 bis 120 °C im Ofen erhitzen, sonst liegt kaum THC vor. Details im Ratgeber Cannabis decarboxylieren. Viele Öfen weichen vom eingestellten Wert ab, ein Ofenthermometer hilft.
  2. Schmelzen Butter und Wasser im Topf bei kleiner Hitze schmelzen.
  3. Ziehen lassen das decarboxylierte Cannabis einrühren und zwei bis vier Stunden ganz leicht simmern lassen. Nie sprudelnd kochen, verdampftes Wasser nachgießen.
  4. Abseihen durch ein feines Sieb mit Baumwoll- oder Passiertuch in eine Schüssel gießen. Das Tuch nicht auswringen, sonst landen Grünstoffe in der Butter.
  5. Trennen die Schüssel abgedeckt in den Kühlschrank stellen, bis die Butter fest ist. Butterplatte abheben, Wasser darunter wegschütten.
  6. Wiegen und beschriften fertige Butter wiegen, Dose mit Datum und errechnetem Gehalt je Gramm beschriften.

Cannabis-Butter: wie viel Gramm auf 250 g Butter? Der Rechner

„Wie viel Gramm?“ kannst du nur über den THC-Gehalt beantworten:

  1. THC gesamt in den Blüten: Gramm Blüten × THC-Gehalt in Prozent × 10 = mg THC. Kennst du nur den THCA-Wert, multiplizierst du ihn mit 0,877, dem Verhältnis der Molmassen von THC (314,5 g/mol) und THCA (358,5 g/mol).
  2. Verluste: Wang und Kollegen maßen beim Decarboxylieren bei 110 °C einen Rückgang der Summe aus THCA und THC um knapp 8 %. Wie viel danach in die Butter übergeht, ist für Küchenrezepte nicht gemessen. Die Rechnung liefert eine Obergrenze.
  3. mg je Gramm Butter: mg THC ÷ Gramm fertige Butter (nach dem Wiegen).
  4. mg je Stück: mg je Gramm Butter × Gramm Butter im Rezept ÷ Anzahl der Stücke.
Blüten THC-Gehalt THC gesamt (max.) je g Butter bei 250 g (max.)
2,5 g 10 % 250 mg 1 mg
2,5 g 20 % 500 mg 2 mg
5 g 10 % 500 mg 2 mg
5 g 15 % 750 mg 3 mg
5 g 20 % 1.000 mg 4 mg
10 g 15 % 1.500 mg 6 mg

Beispiel: 2,5 g Blüten mit 10 % THC ergeben höchstens 250 mg THC, auf 250 g Butter also höchstens 1 mg je Gramm. Kommen davon 100 g in einen Teig für 20 Kekse, enthält jeder Keks höchstens 5 mg. Zur Einordnung: In Kanada darf eine verkaufte Packung Edibles höchstens 10 mg THC enthalten (Cannabis Regulations, § 102.7).

Ohne Laboranalyse kennst du den Gehalt deiner Ernte nicht. Sortenangaben sind Richtwerte, die Pflanze im eigenen Zelt kann deutlich darunter oder darüber liegen. Welche Genetik du anbaust, entscheidest du bei den Cannabis-Samen.

Cannabis-Butter: wie lange kochen, und warum mit Wasser?

Das Wasser wirkt wie ein Deckel auf der Temperatur: Solange Wasser im Topf ist, steigt die Mischung bei normalem Luftdruck nicht über 100 °C. Butter allein brennt bei zu großer Hitze schnell an, weil das Milcheiweiß darin bräunt. Beim Abkühlen trennen sich Fett und Wasser wieder, feine Schwebstoffe bleiben im Wasser.

Die lange Zeit braucht das Fett, um die Cannabinoide aus dem Pflanzenmaterial zu lösen. Rezepte nennen meist zwei bis vier Stunden. Eine Studie, die für Butter die ideale Zeit misst, haben wir nicht gefunden. Länger ist nicht automatisch besser, mit der Zeit wandern auch mehr Grünstoffe und Kräutergeschmack in die Butter.

Reicht das Köcheln zum Decarboxylieren? Nur teilweise. In der simmernden Butter wird das Cannabis höchstens knapp 100 °C heiß. Wang und Kollegen fanden, dass die Umwandlung von THCA zu THC unterhalb von 100 °C auch nach 60 Minuten nicht abgeschlossen war. Wer sauber rechnen will, nimmt sich die Zeit für den Ofen.

Sieb mit Baumwolltuch über einer Glasschüssel mit flüssiger Butter beim Abseihen der Cannabutter

Methoden: Topf, Thermomix, Sous-vide oder ohne Wasser

Methode Vorteil Worauf achten
Topf mit Wasser einfach, kein Spezialgerät Wasserstand prüfen, nie sprudeln lassen
Thermomix und ähnliche Küchenmaschinen Temperatur bleibt konstant, Rührwerk Programm und Höchstdauer laut Anleitung deines Modells, langsamste Rührstufe
Sous-vide geruchsarm, kein Anbrennen Beutel oder Glas muss für die Temperatur geeignet sein
ohne Wasser weniger Arbeit beim Trennen sehr niedrige Hitze, am besten Topf im heißen Wasserbad

Rezepte ohne Wasser setzen meist auf geklärte Butter (Butterschmalz), weil darin kaum Eiweiß steckt, das anbrennen kann. Die Butter lässt sich dann nicht über den Kühlschrank vom Wasser trennen, also gründlich durch das Tuch filtern.

Hasch-Butter, vegane Variante und Butter aus Blättern

Hasch-Butter: Statt Blüten wird decarboxyliertes Haschisch fein zerbröselt in der warmen Butter gelöst, 15 bis 20 Minuten unter Rühren bei kleiner Hitze. Abgeseiht wird nichts, gerechnet wird über das Gewicht des Harzes. So entstehen die echten Hasch-Brownies.

Vegan mit Kokosfett: Kokosfett ist bei Zimmertemperatur fest und als Fett ebenfalls ein Träger für THC. Verfahren und Rechner bleiben gleich, nur schmeckt das Ergebnis leicht nach Kokos. Flüssige Öle funktionieren auch, ersetzen in Teigen aber keine feste Butter.

Aus Blättern und Verschnitt: Auch die harzigen Zuckerblätter und Verschnitt vom Trimmen tragen Trichome, nur weniger als die Blüte. Butter daraus ist meist schwächer und schmeckt kräftiger nach Pflanze, der Rechner taugt hier nur als grobe Schätzung. Große Fächerblätter enthalten kaum Harz, mehr zum Trennen steht im Ratgeber Cannabis ernten.

Einsteigersorten für den Eigenanbau

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Fehler: wird nicht fest, verbrannt, grün

Problem Häufige Ursache Lösung
Cannabutter wird nicht fest Butter mit Öl gestreckt oder noch nicht kalt genug länger kühlen, nur reine Butter verwenden
Fett und Wasser trennen sich nicht zu kurz gekühlt über Nacht in den Kühlschrank
verbrannt, bitter, braun ohne Wasser zu heiß, Wasser verdampft Wasser nachgießen, kleinere Stufe, Wasserbad
sehr grün, grasig Material zu fein gemahlen, Tuch ausgewrungen grob zerkleinern, nur abtropfen lassen
deutlich schwächer als berechnet zu wenig decarboxyliert, Gehalt überschätzt Ofenthermometer, Rechnung als Obergrenze lesen

Giftgrün heißt meist: Tuch zu fest gedrückt. Kein Hokus Pokus, nur Geduld beim Abtropfen.

Rezepte mit Cannabis-Butter

Cannabutter ersetzt in Rezepten einen Teil oder die ganze normale Butter. Zwei Klassiker mit Mengen und Rechenweg: Haschkekse und Space Cookies und Hasch-Brownies. Warum gekaufte THC-Gummibärchen in Deutschland nicht erlaubt sind, erklärt der Artikel THC-Gummibärchen. Drei Regeln gelten für jedes Rezept: Butter gut im Teig verteilen, Stückzahl vorher festlegen, jedes Stück gleich groß schneiden. Die Wirkung kommt spät, laut Health Canada nach 30 Minuten bis 2 Stunden.

Häufige Fragen zu Cannabis-Butter

Wie viel Cannabis braucht man für 250 g Butter?

Das hängt vom THC-Gehalt ab, nicht vom Butter-Gewicht. 2,5 g Blüten mit 10 % THC ergeben höchstens 1 mg THC je Gramm Butter, 5 g mit 20 % höchstens 4 mg. Die Tabelle oben zeigt weitere Werte; eine Mengenempfehlung ist das nicht.

Wie lange muss Cannabutter köcheln?

Rezepte nennen meist zwei bis vier Stunden bei ganz leichtem Simmern. Eine Studie zur idealen Zeit gibt es nicht. Wichtiger als die Minute ist, dass die Mischung nie sprudelnd kocht.

Wie lange hält Cannabutter?

Gemessene Werte für selbst gemachte Cannabutter gibt es nicht. Normale Butter hält sich laut Verbraucherzentrale tiefgekühlt mehrere Monate. Am besten in kleinen Portionen einfrieren und zügig verbrauchen.

Geht Cannabis-Butter auch ohne Wasser?

Ja, meist mit Butterschmalz und sehr niedriger Hitze, etwa im Wasserbad. Das Wasser im Grundrezept schützt vor dem Anbrennen, nötig für das Lösen der Cannabinoide ist es nicht.

Kann man Cannabis-Butter ohne Decarboxylierung machen?

Man kann, aber dann bleibt ein großer Teil als THCA in der Butter. Knapp 100 °C im Topf reichen laut Wang und Kollegen nicht für eine vollständige Umwandlung.

Kann man Cannabutter kaufen?

Legal nicht. Anbauvereinigungen geben nur Marihuana und Haschisch in Reinform ab (§ 19 Abs. 1, § 21 Abs. 1 KCanG). Kauf, Versand und Einfuhr von Edibles sind verboten.

Ist Cannabis-Butter aus eigener Ernte legal?

Nicht geklärt. Das KCanG erlaubt Besitz und Eigenanbau, nennt das Herstellen aber nicht als Ausnahme und verbietet die Extraktion. Das BMG schreibt, Edibles „bleiben verboten“. Weitergeben ist in jedem Fall verboten (§ 9 Abs. 2).

Die Antworten ersetzen keine medizinische Beratung.

Quellen und Stand

Stand: 19.10.2026. Zeiten wie „zwei bis vier Stunden köcheln“ sind übliche Rezeptpraxis, keine Studienergebnisse.

  • Konsumcannabisgesetz (KCanG) §§ 2, 3, 9, 10, 19, 21, gesetze-im-internet.de
  • Bundesministerium für Gesundheit: FAQ zum Cannabisgesetz, Stand 04.09.2026
  • Wang, M. et al. 2016: Decarboxylation Study of Acidic Cannabinoids, Cannabis and Cannabinoid Research 1(1): 262–271
  • Tweet, M. S. et al. 2023: Pediatric Edible Cannabis Exposures and Acute Toxicity: 2017–2021, Pediatrics 151(2)
  • Health Canada: Cannabis – lower your risks, canada.ca
  • Cannabis Regulations (SOR/2018-144) § 102.7
  • Verbraucherzentrale, Einfrieren von Butter, wiedergegeben bei Öko-Test „Butter einfrieren“

Der Umgang mit Cannabissamen ist in Deutschland nach § 4 KCanG erlaubt, sofern die Samen nicht zum unerlaubten Anbau bestimmt sind. Der Anbau ist nur Erwachsenen im Rahmen des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) erlaubt: bis zu drei Pflanzen im privaten Eigenanbau, geschützt vor Kindern und Jugendlichen. Beachte die Regeln in deinem Land.

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